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Ist sexueller Missbrauch ein Problem der Familie?

Auch heute noch werden Stimmen laut, die behaupteten, die Ursache sexuellen Missbrauchs sei in der Zerrüttung der Familie zu suchen. Die sexuelle Ausbeutung des Kindes sei u.a. durch eine schwierige Partnerwahl, starke Belastungen der Familie (z.B. Krankheit der Mutter) oder eine starke emotionale Vernachlässigung (des Mannes) bedingt.

Diese Erklärungsansätze übersehen, dass zwei Drittel aller Fälle sexuellen Missbrauchs außerhalb der Familie stattfinden und auch bei innerfamilialem Missbrauch die Täter häufig bereits als Jugendliche oder junge Männer sexuelle Gewalt verübten und Kinder missbrauchten – also lange bevor sie die Mutter ihrer Kinder kennen lernten. Auch gehen sie fälschlicherweise davon aus, dass in den meisten Fällen die Täter die (Stief-)Väter der Opfer sind. Zudem stellen solche Erklärungsversuche die Schuldfrage auf den Kopf, denn sie versuchen, die Schuld des Täters zu leugnen und die Verantwortung für die sexuelle Ausbeutung "gleichmäßig" auf alle Familienmitglieder zu verteilen: Dem vermeintlich willensschwachen Täter wird der Opferstatus zuerkannt, dem sexuell missbrauchten Mädchen/Jungen jedoch Mitschuld zugewiesen. Einige Vertreter und Vertreterinnen dieser Theorie behaupteten in den 80er und 90er Jahren sogar, das betroffene Kind befände sich angeblich in einer Machtposition gegenüber dem Vater, denn dieser sei sexuell abhängig und könne von dem Kind durch das Offenlegen des "Geheimnisses" in Schwierigkeiten gebracht werden. Er sei demnach von dem Mädchen oder Jungen erpressbar. Das Kind müsse die Machtposition gegenüber dem Täter aufgeben.

Auch wird von diesem Erklärungsansatz fälschlicherweise der Mutter indirekt eine Schuld zugeschrieben. Eine gestörte Paarbeziehung soll die Ursache für den sexuellen Missbrauch sein: Die Mutter sei z.B. als Partnerin nicht willens oder in der Lage, die sexuellen Forderungen des Mannes zu erfüllen – und gebe damit ihr heimliches Einverständnis zu dem Missbrauch. Dabei hat jede Frau das Recht, sich ihrem Mann im Bett zu verweigern: Vergewaltigung in der Ehe steht seit einigen Jahren sogar unter Strafe. Es gibt keine "ehelichen Pflichten"!

Ein solcher Erklärungsversuch ist auch eine Beleidigung für Männer, denn er geht fälschlicherweise davon aus, dass Männer nicht Herr ihrer Sinne sein sollen, die nach dem Dampfkesselprinzip funktionieren, bei eine Samenstau angeblich die Kontrolle über ihre Handlungen verlieren und quasi zwangsläufig Kinder missbrauchten. Dem ist nicht so: Auch Männer sind sehr wohl in der Lage, sich zu kontrollieren und ihre Handlungen zu steuern. Auch beweisen zahlreiche Forschungsergebnisse, dass "sexueller Notstand" keine Ursache von sexuellem Missbrauch ist.

Last not least wird von einigen "Experten" auch noch unsinnigerweise behauptet, erst eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung ermögliche den sexuellen Missbrauch. Dabei wird übersehen, dass Spannungen zwischen Mutter und Tochter/Sohn häufig eine Folgen der Intrigen des Täters sind.

• Missbrauchende Väter schlagen häufig durch ihre Intrigen gezielt einen Keil in die Beziehung zwischen Mutter und Kind, damit sich das Mädchen/der Junge nicht der Mutter anvertrauen kann. Denn wenn diese von dem Missbrauch weiß, wird sie sich möglicherweise von ihrem Mann trennen und damit ihr Kind schützen. Das ist nicht im Interesse von Tätern.

• Täter haben etwas zu verbergen und sind oft krankhaft eifersüchtig auf Kontakte ihrer Töchter/ Söhne zu anderen Personen (auch zur Mutter). Deshalb versuchen sie oftmals, die Kontakte der Opfer zu Dritten zu unterbinden.

• Versucht sich ein Mädchen/Junge der Tyrannei des Missbrauchers zu entziehen, so treten oft Spannungen und Streitigkeiten auf, in die auch die Mutter verwickelt ist.

Eine Reduzierung des sexuellen Missbrauchs auf ein "Problem der Familie" verstellt zudem den Blick auf die Tatsache, dass die meisten Täter schon als Jugendliche ihre ersten Missbrauchshandlungen verüben und die meisten Opfer von Personen missbraucht werden, die nicht zur Familie gehören. Die Ursachen sexueller Ausbeutung von Mädchen und Jungen liegen somit nicht in einer Familienkrise begründet.

Sexueller Missbrauch wird somit keinesfalls durch eine problematische Familiendynamik verursacht, sondern aus sexuellem Missbrauch resultieren Probleme, die die Familiendynamik massiv belasten.

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