Zartbitter Köln e.V Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen

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Zart war ich, bitter war´s
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Zartbitter-Handbuch gegen Missbrauch an Mädchen und Jungen.
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Schutz vor sexuellen Übergriffen unter Kindern

Kinderrechte in Institutionen achten!

Wie Institutionen Mädchen und Jungen vor Übergriffen durch andere Kinder schützen können….

Die Berichte über sexuelle Übergriffe unter Kindern in einer Kurklinik auf Sylt machen einmal mehr deutlich, wie sehr in Institutionen bis zum heutigen Tage das Recht von Kindern auf Schutz vor sexueller Gewalt missachtet wird. Anlässlich des Weltkindertages stellt Zartbitter Präventionsmaterialien vor, das Schulen, Vereinen, Pfarr- und Kirchengemeinden und Anbieter von Ferienfreizeiten darin unterstützt, sexuellen Übergriffen unter Kindern und durch Erwachsene vorzubeugen.
Bereits Mitte der 90er-Jahre brachte Zartbitter Köln mit dem Bilderbuch "Wir können was, was ihr nicht könnt!" die ersten Präventionsmaterialien gegen sexuelle Übergriffe unter Kindern im Vor- und Grundschulalter heraus. Anlass war die hohe Anzahl der Beratungsanfragen von Müttern und Vätern, Pädagoginnen und Pädagogen, die zum Teil massive sexuelle Grenzverletzungen unter Kindern beobachteten. Inzwischen werden in mehr als 40% der Beratungsfälle von Zartbitter Köln sexuelle Übergriffe unter Kindern als Beratungsanlass benannt.

Die Ursachen für sexuelle Übergriffe sind vielfältig: Sie können sowohl eine Folge belastender Vorerfahrungen einzelner Kinder sein (zum Beispiel körperliche Gewalterfahrungen, emotionale Vernachläsigung, selbst erlebte sexuelle Grenzverletzungen oder Zeugenschaft häuslicher Gewalt) als auch die Folge struktureller oder pädagogischer Fehler der Institution.

In Fachkreisen ist es seit langem unumstritten, dass unverarbeitete Mobbingerfahrungen eine der häufigsten Ursachen von sexualisierter Gewalt durch Kinder und Jugendliche sind. Allen, die mit Kindern leben oder arbeiten, ist bekannt, dass übergewichtige Mädchen und Jungen besonders häufig gehänselt, gedemütigt, ausgegrenzt – sprich: gemobbt – werden. Sie haben oft erfahren müssen, dass andere sie mit Drohungen unter Druck gesetzt und gezwungen haben, Dinge zu tun, die sie nicht wollen. Sie möchten keine Außenseiter sein und lassen sich leicht unter Druck zu Handlungen bewegen, um zur Gruppe zu gehören. So entstehen häufig auch sexuelle Übergriffe unter Kindern. In neu zusammengesetzten Jungengruppen gilt zuden sexualisierte Gewalt gegen Gleichaltrige oftmals als Mutprobe, über die die Hierarchie in der Jungengruppe ausgehandelt wird. Häufig geben einzelne stärkere oder ältere Jungen vor, welche Gewalthandlungen vor allem kleinere und schwächer auszuführen haben: „und wenn nicht, dann …“ . Eine Kurklinik für übergewichtige Kinder hat somit ein extrem hohes Risiko, dass in den ständig wechselnden Gruppen sexuelle Grenzverletzungen verübt werden.

Es stellt sich die Frage, mit welchen präventiven Maßnahmen die DAK-Kurklinik auf Sylt die skizzierten Risikofaktoren getragen hat. Wurden alle Mädchen und Jungen zu Beginn des Kuraufenthaltes über ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und über ihr Recht auf Hilfe im Falle von erlebten Grenzverletzungen informiert? Gab und gibt es institutionelle Regeln, die das Risiko einer sexuell grenzverletzenden Gruppendynamik reduzieren (zum Beispiel generelles Nacktbadeverbot)? Wie reagierte das pädagogische Personal auf ihnen evtl. bekannt gewordene sexuelle Grenzverletzungen? Stellt das Beschwerdemanagement der Kurklinik sicher, dass die Kinder sich während ihres Kuraufenthaltes jederzeit Hilfe innerhalb der Institution oder von außen holen konnten/können? Wurden die pädagogischen, medizinischen und therapeutischen Fachkräfte für die Prävention von sexualisierter Gewalt und Intervention in konkreten Fällen entsprechend der gesetzlichen Verpflichtung fortgebildet (SGB VIII §72a)? Wurden die betroffenen Jungen entsprechend den "Regeln der Kunst" einzeln befragt? Wurden die Jungen etwa in einer Gruppensituation befragt, in der kleinere Kinder, die sowohl Opfer waren als auch auf Anordnung von GrößerenHandlungen verüben mussten, die eigenen Opfererfahrungen kaum artikuklieren können? Die Beratungserfahrungen von Zartbitter machen deutlich, dass aufgrund unfachlich durchgeführter Befragungsmethoden durch Leitungen und Mitarbeiter vieler Institutionen zunächst die falschen Kinder als Initiatoren der sexuellen Grenzverletzungen darstehen. Manche Institutionen lassen sich in ihrem Bemühen, den eigenen guten Ruf zu retten, sogar zu der extrem opferfeindlichen Methode hinreißen, von Kindern schriftliche Berichte über die Abläufe von sexuellen Grenzverletzungen zu verlangen. Jede erfahrene therapeutische Fachkraft weiß, dass eine solche Niederschrift für viele Opfer eine Retraumatisierung bedeuten kann und in der Regel Kinder aus Angst vor den Repressalien durch körperlich überlegene übergriffige Kinder meist die jüngeren Jungen nennen, vor denen sie weniger Angst haben.

Kinderrechte in unserer Schule/Gemeinde/Verein/FerienfreizeitDie ersten Stellungnahmen der Kurklinik bagatellisieren die Gewalthandlungen als „erweiterte Doktorspiele“ und leugnen die Verantwortung der Institution. Stattdessen schrieb die Leitung der Klinik den Kindern Schuld zu, indem sie 9-12-jährige Jungen als „Anführer“ und „Täter“ stigmatisierte. Es ist sowohl in pädagogischen als auch therapeutischen Kreisen fachlicher Standard sexuell grenzverletzende Kinder unter 12 Jahren nicht als Täter, sondern als „übergriffige Kinder“ zu bezeichnen. Unter der Berücksichtigung des Kindeswohls (SGB VIII §8a) erscheinen Zweifel am pädagogischen und therapeutischen Konzept der Kurklinik berechtigt.

Anlässlich des Weltkindertages stellt Zartbitter Faltblätter über Kinderrechte in Pfarr- und Kirchengemeinden, Vereinen, Schulen und auf Ferienfreizeiten vor. Die liebevoll gestalteten Materialien informieren Mädchen und Jungen über ihre Rechte in Institutionen – zum Beispiel über das Recht, sich Hilfe zu holen, wenn andere Kinder oder Erwachsene sie gegen ihren Willen berühren oder sie drängen, andere Kinder zu berühren.

Durch ihre Unterschrift unter den Kinderrechten verpflichten sich Betreuer/innen und auch die Mädchen und Jungen, die Kinderrechte aller Mädchen und Jungen in Institutionen zu achten. Mütter und Väter werden in die Pflicht genommen, ihre Töchter und Söhne über die Kinderrechte zu informieren.

Ein Kind wurde missbraucht. Was kann ich tun?
Ein Kind wurde sexuell missbraucht, was kann ich tun?!
Das Infoblatt gibt Müttern und Vätern, Pädagoginnen und Pädagogen wertvolle alltagspraktische Tipps, wie sie reagieren können, wenn ein Mädchen oder Junge ihnen sexuelle Gewalterfahrungen anvertraut. Auch erhalten Erwachsene Informationen, wie sie kindliche Opfer bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen unterstützen können. »»


Notfallkärtchen für Mädchen und Jungen

„Hilfe holen ist kein Verrat!“

Die von der Kölner Illustratorin Dorothee Wolters gestalteten „Scheckkärtchen“ informieren Mädchen und Jungen darüber, dass Mobbing niemals witzig und es keineswegs lustig ist, wenn Kinder und Jugendliche lächerlich gemacht, beschimpft und bedroht werden oder jemand Gerüchte über sie verbreitet. Niemand darf peinliche Bilder von Mädchen und Jungen ins Netz stellen oder unter dem Namen von anderen Kindern und Jugendlichen beschämende Dinge im Internet machen. Vor allem aber vermitteln die Kärtchen die Botschaft: „Hilfe holen ist kein Verrat!“

Hilfe holen ist kein Verrat!














Hilfe holen ist kein Petzen!
Notfallkärtchen für Mädchen und Jungen im Grundschulalter
. Auf der Rückseite der Kärtchen steht die Telefonnummer von Zartbitter Köln e.V..
Parteiliche Beratungsstellen können die Druckdaten der Kärtchen gegen einen Unkostenbeitrag erwerben und mit ihrer Telefonnummer für ihre Arbeit vor Ort nachdrucken.





Notfallkarten für Kölner Mädchen und Jungen


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Wir können was, was ihr nicht könnt!

Ein Buch über Zärtlichkeit und Doktorspiele
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